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News - rund um die Gesundheit

Liebe Kolleginnen und Kollegen der Naturheilkunde und Schulmedizin,

da mir die Veröffentlichung von Zitaten aus Zeitungsartikeln und Internet-Informationen, die ich zwar mit korrekter Quellenangabe aber auch mit einem Kommentar versehen hatte, jetzt Ärger insofern eingebracht hat, dass ein eifriger Kollege, dessen Namen mir nicht genannt wurde, das zuständige Gesundheitsamt, die Ärztekammer und die Wettbewerbszentrale in Frankfurt/Main informierte, habe ich meine Praxis-Informationsflyer aus dem Verkehr gezogen, die Webseite entsprechend verändert und werde auch keine weiteren Zitate hier veröffentlichen, da - wie sich gezeigt hat - eine Fehlinterpretation passieren kann.

Zu dem stillen Vorwurf, ich würde nur Negativbeispiele aus dem Bereich der Schulmedizin zitieren und die Berufsgruppe der Heilpraktiker überbewerten, möchte ich jedoch Stellung nehmen.

Wer Teilnehmer eines Seminars war, das ich geleitet habe, kennt meine Einstellung, dass ich nicht zwischen Ärzten und Heilpraktikern unterscheide, sondern nur zwischen sorgfältig und seriös arbeitenden Medizinern und denen, die es nicht tun. Es ist wohl unbestritten, dass man Vertreter beider Gruppen sowohl im schulmedizinischen als auch im naturheilkundlichen Bereich findet.

Ich vertrete immer die Ansicht, dass der medizinische Beruf ethisch sehr hoch angesiedelt ist, und dass alles, was der Behandler tut, sich am Wohl des Patienten zu orientieren hat. Dabei ist das gegenseitige "Verurteilen" von schulmedizinischer und naturheilkundlicher Seite ein schlechter Ratgeber. Besser wäre eine gegenseitige Akzeptanz und eventuell sogar Zusammenarbeit. Diese Denkweise versuche ich Seminarteilnehmern und Patienten zu vermitteln. Da die Ausbildung der Heilpraktiker im Gegensatz zum Medizinstudium nicht einheitlich geregelt ist, liegt es an jedem Heilpraktiker selbst, sich durch umfangreichen zusätzlichen Wissenserwerb (auch schulmedizinisches Wissen), vielfältige Fortbildungen und qualitativ hochwertige seriöse Arbeit diese Akzeptanz zu erwerben. Und aus meinen vielfältigen Kontakten zu Kolleginnen und Kollegen weiß ich, dass es sehr viele gute Heilpraktiker/innen gibt.

Es gibt zwar immer noch sowohl auf schulmedizinscher als auch auf naturheilkundlicher Seite "Hardliner", die die jeweils andere Seite komplett ablehnen. Jedoch hat sich insbesondere im Verlauf der letzten Jahre gezeigt, dass auch hier ein Umdenken in Richtung gegenseitiger Offenheit erfolgt, begründet in dem Wunsch, dem Patienten besser helfen zu können.

Abschließend ein kleiner Appell an Kolleginnen und Kollegen, die sich - aus welchen Gründen auch immer - an Abmahnvereine, Wettbewerbszentralen und Gesundheitsämter meinen wenden zu müssen:

Kollegialer wäre es, bei bewussten oder unbewussten Verstößen gegen Regeln und Gesetze auf Webseiten, Praxisflyern oder in Artikeln den Kollegen oder die Kollegin zunächst daraufhin zu weisen. Der Weg zu o.g. Einrichtungen bleibt immer noch, wenn derjenige nicht reagiert.  Von unserem Forum für Biologische Krebstherapie Stade e.V. handhaben wir es so. Und wir haben nicht einen Kollegen oder eine Kollegin erlebt, die nicht dankbar auf den Hinweis reagiert und die Unzulänglichkeit abgestellt hat.

Es gibt insgesamt ein besseres Gefühl, einem Menschen zu helfen, als ihm Schwierigkeiten zu bereiten, die er mit Zeitaufwand und Kosten wieder aus dem Weg räumen muss. Diesen Zeitaufwand könnte er schon wieder zum Wohle seiner Patienten einsetzen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viele zufriedene Patienten!

Bärbel Hoffmeister


„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ (Immanuel Kant)